Die neue Orgel wurde am 24. April 2005 eingeweiht. Damit geht endlich in Erfüllung, was vor über 20 Jahren begonnen hat. 1982 wurde bereits in einem amtlichen Gutachten festgestellt, dass die Andechser Kirche ein eines Instrument benötigt, das der Bedeutung des Ortes gerecht wird.
Das lange Warten hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Das Kloster- und Kirchenjubiläum ist der ideale Zeitpunkt um das Fest mit dem grandiosen Instrument zu krönen. Die Rückbesinnung auf den klassischen Orgelbau begann in den 50er Jahren und hat nach etlichen Irrwegen zu einer Konsolidierung geführt. Somit ist unser neues Instrument kein Experiment sondern die Summe einer langen Entwicklung in der Orgelbaugeschichte.
Dem klassischen Vorbild entsprechend ist es selbstverständlich, dass die Spieltraktur mechanisch ist und die Pfeifen auf Schleifladen stehen. Der Spieltisch wurde wieder in das Gehäuse integriert, wodurch die Spielbarkeit sensibler wird. Außerdem wird dadurch viel Platz für Chor und Orchester gewonnen. Die Auswahl der Register (Disposition) ist in Hauptwerk (1. Manual), Positiv (2. Manual) und Pedal im barocken Stil. Die Mensurierung der gesamten Orgel (Maßverhältnis der Orgelpfeifen) ist von dem einzigen Register, das aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist (Prospekt - Prinzipal) abgeleitet.
Da mit der neuen Orgel die Bandbreite der Musikdarbietungen erweitert werden sollen wurde mit einem dritten Manual ein schwellbares Echowerk in den Unterbau des historischen Orgelgehäuses eingebaut. Dieses steht zwar ganz in der Tradition der süddeutschen Barockorgel, man hat sich aber in der Auswahl der Register und in der Intonation für die deutsche Romantik entschieden. So wird man in Zukunft auch die dunklen grundtönigen Farben zur Verfügung haben.
Mit 5 Zungenregistern werden erstmals im Andechser Kirchenraum teils mächtige, teils exotisch exquisite Klänge hörbar werden, die es bisher nicht gab. So sind auch das Glockenspiel und der Zimbelstern ein Novum in der Andechser Kirche.
Die neue Orgel kann den Raum nicht nur klanglich füllen sondern auch mit einer großen Klangvielfalt die Herzen der Hörer öffnen. Und so hoffen wir, daß das Wort des größten Organisten aller Zeiten, Johann Sebastian Bach, in Erfüllung gehen: "Dem Höchsten zur Ehre und den Menschen zur Freude".
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